Wenn ein Wunsch wahr wird

oder von einem, der auszog, Spanien mit dem Rad zu durchqueren

Bericht von Susanne Jung (FV) über den Vortrag „Der Sonne entgegen“ von Manfred Lindner

Einmal aus dem Alltag austeigen, alles hinter sich lassen und sich nur auf das eine, selbst gewählte Ziel konzentrieren, diesen Wunsch konnte sich Manfred Lindner, Vorstand im Förderverein der Waldorfpädagogik, verwirklichen. In einer farbenprächtigen Bildershow, ließ er die Besucher, die am 13. Juli um 20 Uhr seinen Vortrag in der Waldorfschule Rastatt besuchten, daran teilhaben.

Beim Betreten des oberen Eurythmiesaales waren bereits alle Fenster verdunkelt. Denn draußen war es noch hell, als Annemarie Franzke die Gäste begrüßte und dabei noch einmal auf die Förderarbeit des Vereins hinwies, die nur durch Spenden zu finanzieren ist. Dann gab sie das Wort an Manfred weiter, der kurz von der Entstehung seines Traumes erzählte und vor allem seiner Familie für ihre Unterstützung dankte.

Lange Jahre war das Lieblingsurlaubsziel der Familie Lindner die Costa Brava für 3 Wochen Sommerurlaub. Doch nur Faulenzen am Strand war nicht erholsam genug für Manfred. All die Jahre hatte er sein Fahrrad mit, denn die Landschaft wollte erfahren werden. Alleine oder mit einem Freund wurden kleinere und größere Touren unternommen und so reifte sein Wunsch, dieses Land noch weiter und intensiver kennenzulernen. Sein bevorstehender 60. Geburtstag gab den Anlass zur Realisierung dieses außergewöhnlichen Vorhabens. Doch zuerst mussten noch verschiedene Dinge geregelt werden. Einen längeren Urlaub mit dem Arbeitgeber vereinbaren, die richtige Ausrüstung organisieren, zum Beispiel hatte das Rad keine Kette, sondern einen Zahnriemen als Antrieb, eine Route musste ausgewählt werden und auch die Kenntnisse der Landessprache wurden vertieft. Am 18.08.18 konnte es dann losgehen, 12 Wochen der Sonne und vielen, auch überraschenden Abenteuern entgegen.

waldorfschule

Sein Weg führte ihn durch großartige Landschaften, zwischen Felder und Olivenhaine, in vergessene, winzige Dörfer und in historische Städte mit aufragenden Kathedralen, leckerem Essen und gutem Wein. In seinen Bildern spiegelten sich seine Erlebnisse und man bekam sogleich Fernweh.

waldorf

Wobei auch die Strapazen sichtbar wurden, die diese Tour mit sich brachte. Wenn dann z. B. nach einem anstrengenden Fahrradtag abends im 8-Bettzimmmer eines Hostels genächtigt werden musste, ließ sicherlich beim ein oder andern der Wunsch, sich sofort aufs Rad zu schwingen und loszufahren, etwas nach. Doch die Freude auch an diesen Seiten seiner Reise wurde immer wieder in den Bildern festgehalten. Den höchsten Punkt seiner Tour steuerte Manfred mit dem Pico del Veleta auf 3.394 m an. Dieser unbefestigte Pass der Sierra Nevada lag jedoch im Nebel, von Sonne und Wärme war da oben erst einmal nichts zu spüren. Schließlich wurde die große Anstrengung doch noch mit blauem Himmel und Sonne belohnt.

waldorf

Am Ende der Rundreise stand noch eine Überfahrt nach Mallorca auf dem Plan. Dort traf er seinen guten Radelfreund und gemeinsam wurde weitergeradelt. Zurück auf dem Festland ging es auf zwei Rädern noch nach Barcelona und dann mit dem Auto zurück in die Heimat. Dort wurde das Geburtstagskind zu seinem 60. mit einem Fest erwartet!

Wir möchten uns hier bei Manfred Lindner für den wunderbaren Einblick in ca. 5.000 gefahrene Kilometer und ca. 50.000 überwundenen Höhenmeter bedanken.