Tod im Simplon-Express

Beim diesjährigen Klassenspiel der 12. Klasse der Waldorfschule wurde es richtig spannend: Die Schülerinnen und Schüler brachten überzeugend Catherine Ann Schmieds Umsetzung von Agatha Christies berühmtem Buch „Mord im Orient-Express“ auf die Bühne der Reithalle Rastatt.

Monsieur Poirot, ein belgischer Detektiv, wird auf seiner Heimreise aus Istanbul Zeuge einer unangenehmen Situation: In der zweiten Nacht der langen Reise wird ein Mitreisender kaltblütig ermordet. Ein Schneesturm verhindert die Weiterfahrt des berühmten Simplon-Orient-Express und so sitzt Poirot mitsamt den anderen Gästen im Nirgendwo fest, von denen jeder Einzelne der Mörder sein könnte. Unter Drängen des Bahndirektors Bouc nimmt Poirot die Ermittlungen in die Hand: Er sammelt Indizien und befragt die Mitreisenden, eine verwickelte Geschichte kommt langsam zu Tage…

Angeregt durch die kürzlich erst im Kino gelaufene Neuverfilmung haben sich die Schülerinnen und Schüler für die Bühnenumsetzung des „Orient-Express“ für ihr zum Lehrplan der Waldorfschule gehörenden Theaterprojekts in der 12. Klasse entschieden. Bei der Einarbeitung entpuppte sich das Krimi-Drama als vielschichtiges Stück, das sich mit verschiedenen, aktuellen Themen wie Vorurteile, Nationalstolz, Traumatisierungen, Rache und der Frage nach Selbstjustiz beschäftigt. Sehr beeindruckend haben sich die jungen Akteure in die unterschiedlichen Charaktere hineinversetzt, deren Eigenheiten herausgearbeitet und auf den überraschenden Ausgang der Kriminalgeschichte hin zugespitzt. Nicht minder gelungen waren die Umsetzung des Zeitcouleurs in Bühnenbild und Kostümen.

Auch in Bezug auf Sprache, Dramaturgie, Regie und Bühnentechnik haben die Schülerinnen und Schüler das Stück eigenverantwortlich erarbeitet, konnten hier mit vielen guten und überraschenden Ideen überzeugen. Mit viel Applaus des Publikums und lobenden Worten ihres Klassenbetreuers Alexander Kölble wurde die 12. Klasse für diese gute Leistung belohnt.