Öffentliche Monatsfeier der 
Waldorfschule Rastatt in der Reithalle

Ein Stück Unterricht 
auf die Bühne gebracht

Rhythmik, Musik, Bewegung – wieviel Bedeutung diese Elemente in der Waldorfpädagogik spielen, zeigten die Schülerinnen und Schüler bei ihren unterschiedlichen Präsentationen ganz eindrücklich: So werden schon in Klasse 1 Gedichte im Unterricht durch Wiederholen eingeübt, sodass auch das Rezitieren längerer Werke mühelos und ohne Texthänger gelingt. Dies bewies die diesjährige 1. Klasse, die das Märchen „Schneewittchen“ in Gedichtform kostümiert mit schauspielerischen Einlagen auf die Bühne der Reithalle brachte. Im Anschluss stellten sie mit ihrer Französischlehrerin unter Beweis, dass der Sprechchor auch in französischer Sprache klappt.

Großes Rhythmus- und Taktgefühl zeigten auch die Viertklässler, die das bekannte Kinderlied „Froh zu sein bedarf es wenig“ als vierstimmigen Kanon zu Gehör brachten. Dabei führten sie auch noch einen Tanzreigen auf, bei dem sich die Sängerinnen und Sänger ihrem jeweiligen Kanon-Einsatz entsprechend gegenläufig bewegten! Des Weiteren ließen auch der Blick in den Eurythmieunterricht, aus dem eine Klatschübung gezeigt wurde, die auf die in Mathematik anstehende Bruchrechnung vorbereitet, auf sehr gut geübte Rhythmik und Konzentrationsfähigkeit schließen. Ganz besondere Talente blitzten im Vortrag zweier Gedichte auf, die Schüler im Rahmen der Unterrichtsepoche „Menschenkunde“ selbst verfasst hatten. Auf humorige Weise wurde umschrieben, über welche Körperteile der Mensch verfügt und was er damit machen kann.

Auch die 5. Klasse unterhielt die Zuschauer bestens mit ihrer Inszenierung des Liedklassikers „Ein Loch ist im Eimer“. Die Schülerinnen und Schüler unterstrichen durch ihre Intonation die Charaktere der beiden Protagonisten Henry und Karl Otto hervorragend. Das im Anschluss zu Gehör gebrachte „Feenlied“ mit Flöte und Klavier spielten die Fünftklässler fehlerfrei. Inhaltlich ein wenig ernster, aber nicht weniger stimmgewaltig trug die 6. Klasse „Das Heiligtum“ von Conrad Ferdinand Meyer vor, bevor sie mit dem Lied der Intervalle diese den Zuhörern akustisch näherbrachten. Eine musikalische Unterbrechung bot das Mittelstufenorchester, aus Schülerinnen und Schülern der Klassen 6 und 7. Es spielte mit beeindruckender Instrumentenvielfalt – Block- und Querflöten, Gitarren, Cello, Blechbläsern, Xylophon, Akkordeon, Pauke, Keyboard und Klavier – ein Stück von Händel sowie eine russische Volksweise.

Die Jahrgangsstufe 7 beschäftigte sich u. a. mit dem Thema Selbstlosigkeit, was mit dem Gedicht „Nis Randers“ von Otto Ernst zum Ausdruck gebracht wurde. Die 8. Klasse komplettierte mit ihrem französischen Gedicht sowie dem Lied „Country Roads“ den Einblick in den Fremdsprachenunterricht. Zum Abschluss sang der Oberstufenchor zunächst „Look at the world“ und verabschiedete das Publikum mit dem höchst stimmungsvoll vorgetragenen Choral „Jesu Rex admirabilis“.

Nicht zuletzt die spürbare Freude am Erlernten und der Spaß am Aufführen machte das Zuschauen überaus unterhaltsam, sodass die Akteure mit donnerndem Applaus belohnt wurden. Bei den Monatsfeiern, die in Waldorfschulen in regelmäßigen Abständen (früher tatsächlich monatlich) veranstaltet werden, geht es nicht um perfekt einstudierte Darbietungen, sondern darum, Eltern, Lehrern, Mitschülern und Interessierten einen Einblick in das aktuelle Unterrichtsgeschehen zu geben.