Oberuferer Christgeburtsspiel

Stimmungsvolles Krippenspiel in Hautnah-Atmosphäre

Die Freie Waldorfschule Rastatt führte am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien mit einem traditionsreichen Krippenspiel, dem Oberuferer Christgeburtsspiel, die Zuschauer auf ganz besondere Art in die besinnliche Weihnachtszeit.

Das Christgeburtsspiel zählt zu den Besonderheiten deutscher Krippenspieltradition und geht auf mittelalterliche Weihnachtsspiele zurück. In der Freien Waldorfschule Rastatt haben sich in diesem Jahr wieder Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern zur „Kumpanei“ zusammengefunden, um das zumeist gereimte, von viel Gesang und komödiantischen Einlagen durchzogene Stück aufzuführen. Die Zuschauer wurden schon auf dem Weg zum Aufführungsraum in eine andere Welt entführt: Der Duft nach Tannenreisig, der sich schließlich mit Heu- und Strohgeruch mischte, machte Hektik, Alltag und Straßenlärm vergessen. Der abgedunkelte Raum mit einem schlichten, aber eindrücklichen Bühnenbild aus Tannenbäumen und strohbedecktem Boden wirkte heimelig. Die Darsteller, Kumpanei genannt, zogen durch das versammelte Publikum mit Gesang auf die Bühne. „Ir liabn meini singa, samlet eng zsam“ fordert der Sternensinger seine Kumpanei in altschwäbischer Sprache auf, mit einer Verneigung allen himmlischen wie irdischen Obrigkeiten zur Begrüßung Ehre zu erweisen, bevor das Spiel beginnt. Ein wenig muss sich der Zuschauer in die ungewohnte Sprache einhören, um die humorigen Anmerkungen zu verstehen. Die kleinen lustigen Einlagen trüben indessen die ehrfürchtige Atmosphäre in keiner Weise. Auch während der Aufführung wandert die Kumpanei Lieder singend durch die Zuschauerreihen, wodurch das Schauspiel hautnah zu erleben ist. Mit dem Oberuferer Christgeburtsspiel wurde das Publikum mit einer wundervollen, atmosphärischen Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest vorab belohnt.