Labyrinth von Chartres

Im Rahmen der Projektwoche der Freien Waldorfschule Rastatt erstellte die 9. Klasse mit ihrem Klassenbetreuer Herrn Koch eine maßstabsgetreue Nachbildung auf der Grünfläche vor dem Landratsamt in Rastatt

Eine ganz besondere Aufgabe haben sich die Schüler der 9. Klasse der Waldorfschule Rastatt bei der diesjährigen Projektwoche nach den Sommerferien gestellt: Zusammen mit ihrem Klassenbetreuer Harald Koch stellten sie mit Genehmigung der Stadt im Schlosspark aus Sägespänen das berühmte Labyrinth von Chartres nach.

Rastatt, September 2013. Wie jährlich nach den Sommerferien wurde auch in diesem Jahr in der Waldorfschule Rastatt eine Projektwoche aller Schulklassen durchgeführt. Die 9. Klasse hat sich dabei eine ganz besondere Aufgabe gestellt: Aus Hobel- und Sägespänen erschufen Sie einen Irrweg mit einem Durchmesser von 30 Metern nach dem Vorbild des berühmten Labyrinths von Chartres aus dem 13. Jahrhundert, das mit schwarzen und grauen Steinplatten in den steinernen Boden der Kathedrale von Chartres eingelassen ist.

Labyrinth,Projekt,Waldorfschule RastattWie bei der berühmten Vorlage legten die Schüler nach sorgfältiger Planung und mit äußerst exaktem Vorgehen das Labyrinth nach einer strengen, kreisrunden Geometrie mit 28 Kehren auf den Rasen zwischen Waldorfschule und Landratsamt. Im Zentrum entstand – wie in der Kathedrale von Chartres – eine Rose mit sechs Blättern. Sie erinnert an die im Mittelalter beliebte Bezeichnung rosa mystica (Mystische Rose) für Maria: Hat die natürliche Rose nur fünf Blätter, wurde die Zahl sechs hier gewählt, um die Vollkommenheit des Labyrinths zu dokumentieren.

Durch die Arbeit an diesem Projekt stand für die Schüler am Ende das Erleben, eine große, begehbare und sinnhafte, den ganzen Platz prägende Form geschaffen zu Labyrinth,Projekt,Waldorfschule Rastatthaben. Zugleich schenkten sie den Rastatter Bürgern das Angebot, das Labyrinth selbst zu durchschreiten und eine meditative Reise zu sich selbst zu unternehmen. Der Karlsruher Architekt Lothar Bracht beschreibt dieses Erlebnis so: „Wer durch das Labyrinth von Chartres läuft, erlebt keine Irrwege, sondern einen Weg, der rhythmisch mit seinen Bögen und Kehrtwendungen gegliedert ist, und auf dem längsten möglichen Weg auf engstem Raum sicher und eindeutig ins Innere führt…“

Wenn zudem mit Erlaubnis der Stadt Rastatt das Labyrinth beleuchtet werden darf, Labyrinth,Projekt,Waldorfschule Rastattkönnte es möglicherweise sogar bis in den Weltraum zu sehen sein. …
Doch spätestens nach dem Winter werden keine Spuren mehr sichtbar sein.

Bericht von Andrea Röthe und Harald Koch,
Freie Waldorfschule Rastatt