Projektarbeiten der 11. Klasse

Von Schülern zu Experten

Einen Computer bauen, Bier brauen, die Krankheit Alzheimer verstehen, ein Ballkleid nähen oder den Klimawandel erklären. Die Ideen für eine Projektarbeit sind so unterschiedlich wie die Schüler selbst.

Das persönliche Interesse gab meist den Ausschlag für viele kreative Ideen, die zum Teil sehr aufwändig dargestellt wurden. So plante und konstruierte Joshua Stockmann einen eigenen Computer, erklärte Dominik Brunner die Geschichte des Klavierbaus mit einem selbst gebauten Modell einer Oktave und Markus Heming stellte dar, wie man ein Computerspiel programmiert. An zwei Tagen haben die Schülerinnen und Schüler mit öffentlichen Vorträgen und einer Ausstellung ihre Resultate gezeigt. Dabei wurde sichtbar, wie sehr sie ein Thema interessiert und ob sie vor einem Publikum frei sprechen können. Alle mussten neben der schriftlichen Ausarbeitung auch einen praktischen Teil abliefern: So wurde die Eisschmelze der Antarktis mit einem eindrucksvollen Modell aus Styropor dargestellt, ein Ballkleid mit einer aufwendigen Korsage genäht oder japanische Comics, sogenannte Mangas, am Beispiel der Anatolia Story mit einem Modell des Königssitzes der Hethiter veranschaulicht. Die Schüler und Schülerinnen scheuten auch nicht, ernste Themen wie Epilepsie oder Alzheimer anzugehen. So berichtete Maya Bähr, dass Epilepsie schon in der Antike von Hippokrates beschrieben wurde und im Mittelalter die daran Erkrankten als von Dämonen besessen galten. Die schlimmste Form der Stigmatisierung fand schließlich während des Dritten Reiches statt, als Epileptiker von den Nationalsozialisten als „unwertes Leben“ betrachtet und ermordet wurden. Bei der Präsentation wurde deutlich, dass persönliche Erfahrungen im Bekanntenkreis oder eine frühe Beschäftigung mit einem Hobby die jungen Menschen motivieren, sich intensiv mit einer Sache auseinanderzusetzen und vielleicht sogar zu einem Berufswunsch werden zu lassen. Enrico Anselm zeigte seine Faszination für die noch junge Sportart „Parkour“ mit einem Film, in dem das effiziente Überwinden von Hindernissen vorgeführt wurde. Die Zuschauer konnten dabei in die Perspektive des Sportlers schlüpfen und den Nervenkitzel förmlich spüren. Nach 25 gelungenen Vorträgen zeigten sich die Elftklässler am Ende stolz und erleichtert zugleich, während das Publikum den jungen Referenten mit großem Applaus seine Anerkennung zollte.